Alle Artikel mit dem Schlagwort: Kunst

Kunsthalle Mannheim

So war das: Unsere Neujahrsfeier 2019

Statt einer Weihnachtsfeier setzen wir ja schon seit längerem auf eine Neujahrsfeier: Anstoßen auf das, was kommt. Austauschen über das, was uns im neuen Jahr erwartet. All die Projekte gebührend begrüßen, in die wir uns stürzen. Und, nebenbei bemerkt, nicht in zur Vorweihnachtszeit überfüllte Restaurants hetzen und unter dem Tisch schnell noch per Smartphone die Weihnachtsgeschenke in Auftrag geben. Kunsthalle Mannheim Und deshalb kamen wir kürzlich mit allen Kolleginnen und Kollegen von O’Reilly und dem dpunkt.verlag zur Neujahrsfeier zusammen. In diesem Jahr hieß unser Ziel Mannheim, genauer: der erst im Frühsommer 2018 eröffnete Neubau der Kunsthalle. Statt des ehemaligen sogenannten Mitzlaff-Baus steht nahe des Mannheimer Wasserturms nun ein lichtdurchlässiges Gebäude, das mit seinen kubischen Ausstellungsräumen auf die quadratisch angelegte Mannheimer Innenstadt anspielt. Und weil das Motto des Neubaus „Die Stadt in der Stadt“ lautet, gibt es große Fensterflächen, über die die Mannheimer nach drinnen und die Besucher des Museums nach draußen blicken sollen, dazu auch Kunstwerke in der Ausstellung, die nach draußen gerichtet sind.  In zwei Gruppen durchkreuzten wir nun die Kunsthalle (wir sind viele …

Netz39 – löten, schrauben & hacken für ein attraktiveres Magdeburg

Das legendäre Experiment mit den Halbkugeln ist schon eine ganze Weile her, und in den letzten Jahren gehörte die Hauptstadt Sachsen-Anhalts nicht unbedingt zu den ersten Adressen, wenn es um technisch-wissenschaftliche Innovation und coole Szeneaktivität ging. Allerdings: Es gibt Anzeichen für positiven Wandel. So findet dieses Jahr z.B. schon zum zweiten Mal die hochinteressante Cross-Media-Konferenz Think Cross statt, und seit Mitte 2012 hat die Region auch einen waschechten Hackerspace, das Netz39. Ich habe mich mit Alex Dahl unterhalten, Mitbetreiber und Magdeburg-Fan. Ihr seid ein ziemlich frischer und Magdeburgs erster Hackerspace, den Trägerverein gibt’s noch keine zwei Jahre. Was hat euch dazu bewogen, so ein Projekt in Angriff zu nehmen? Und wer hat da so mitgemacht? Die Idee hatte ich bereits 2009, als ich mehrere Monate zum Arbeiten in Norwegen war und viel Zeit hatte, um Podcasts zu hören. Folge #134 von Chaosradio Express war der Anstoß dazu, aktiv zu werden. Das Konzept, Infrastruktur und Werkzeuge zu teilen und gemeinsam Projekte durchzuziehen, statt für sich alleine im stillen Kämmerlein zu hocken und dabei ständig über Kabel …

Sonderangebot: Fruchtcocktail für 5 Fotos

Das Klischee von Web-Fanboys und Hardcore-ITlern, die betriebsblind und datensüchtig eine Technokratenwelt bewohnen, in der bestimmt kein Platz für (echte) Kunst oder Politik ist, wurde nicht zuletzt in diesem Blog schon mehrfach widerlegt (z. B. hier, hier, hier – und natürlich am vergangenen Dienstag). So war ich dann auch nicht überrascht, als mich nun Big-Data-Experte und Blog-Gastautor Klaas Bollhöfer (-> Data Science Process Model) auf ein faszinierendes, provokatives Experiment seines Kollegen Florian Dohmann hinwies, das den Namen „Datenmarkt“ trägt und am 17. Februar in Hamburg startet. Das Konzept der datenpolitischen Installation (oder installierten Datenpolitik?) sieht folgendermaßen aus: Florian Dohmann und seine Mitstreiter Manuel Urbanke und Maximilian Hoch errichten im Ladenlokal der Hamburger Designerin Anita Hass für sechs Tage einen Supermarkt. Im Angebot: Toast und Schnaps, Knödel und Obstkonserven, was man halt so braucht. Bezahlt wird jedoch nicht mit Bargeld, Kreditkarten oder Bitcoins, sondern mit Daten bzw. konkret mit „Likes“, Fotos, Statusangaben, Kommentaren und privaten Nachrichten. An der Kasse haben die Initiatoren des Experiments nämlich ein Tablet mit Facebook-Login aufgestellt, an dem man sich zwecks Abwicklung des Einkaufs anmelden …

/death/null: Ein Datenfriedhof für die Netzgemeinde

Vor einiger Zeit wurden wir auf ein Netz-Kunstprojekt aufmerksam gemacht: /death/null widmet sich genau der Frage, die sich viele von uns schon gestellt haben: Wohin mit Dateien, die man nicht löschen mag oder kann, über die man aber auch einfach nicht mehr länger auf dem heimischen Computer stolpern will. Oder denen man ein Denkmal setzen will. Oder die man mit voller Inbrust zerstören will. Oder. Oder. Oder: Das eigentliche Ziel des Projekts ist individuell – und das soll es auch bleiben. Mehr Einzelheiten dennoch – hier im Interview mit dem Datenbestatter und Netzkünstler Ulf Schleth: Herr Schleth, was genau verbirgt sich hinter dem Projekt /death/null? /death/null spielt auf mehreren Bedeutungsebenen mit der Lebensdauer von Daten. Dieses Spiel hat auch politische Komponenten, aber der Grundgedanke war ein romantischer: Da ist dieser Liebesbrief auf Deiner Festplatte, den Du vor 15 Jahren mal angefangen und nie fertig geschrieben hast, der gewandert ist vom C64 auf den Windows-PC, dann auf den Mac und jetzt schon eine ganze Weile auf Deinem Linux-Fileserver liegt. Du traust Dich nicht, ihn zu löschen, …