Autor: Alexander Plaum

Von Gründern, Büchern, Punks und Viren – eine ganz persönliche Dataviz-Lovestory

Außerdem: Werbung für ein Grundlagenbuch von Claus O. Wilke. Im Spätsommer 2004 stand ich vor einem Problem: Ich war mit der Uni fertig, wusste aber nicht so richtig, was ich arbeiten sollte. Also beschloss ich, mein Lieblingshobby – die Organisation von Punk- und Indiekonzerten – zumindest vorübergehend zum Beruf zu machen. Dafür brauchte ich eine kleine Agentur. Für deren Gründung brauchte ich Fördergelder. Und um die zu bekommen: einen Businessplan. Dessen Erfolg bei der Auswahlkommission wäre, so hörte ich, unter anderem davon abhängig, wie überzeugend darin Marktanalysen (oh!) und Umsatzprognosen (ah!) dargestellt würden. Heißt also: Das Ding brauchte solide Diagramme, Schaubilder, Datenvisualisierungen. Datenvisualisierung, Europa-Tour und Schönheit der Information Blöderweise hatte ich damals keine Ahnung, wie dieser Dataviz-Kram funktionierte, wurde aber zum Glück von einem Freund gerettet (natürlich Wirtschaftswissenschaftler und Informatiker). Nach ein paar Stunden Excel-Magic war alles fertig, der Plan wurde eingereicht, bekam großes Lob – und ich konnte für ein paar Jahre Bands quer durch Europa schicken (was eine andere Geschichte ist). Datenvisualisierung hatte erst mal keine größere Bedeutung mehr in meinem Leben. Fast …

Neuerscheinung: Social Media Marketing – Praxishandbuch

Das Buch „Social Media Marketing“ feiert Jubiläum: Zehn Jahre nach seiner Erstveröffentlichung ist eine generalüberholte und auf 648 Seiten erweiterte 5. Auflage des Bestsellers erschienen. „Bei Neuauflagen schreiben wir nur kurze Beiträge, vor allem, wenn es sich um die Xte Edition des Titels handelt. Und irgendwann gibt’s höchstens noch ein Cover-Foto mit Link bei Twitter.“ Dieses (durchaus sinnvolle) Credo gilt, seit dem es dieses Blog gibt. Aber natürlich machen wir immer wieder Ausnahmen. Zum Beispiel bei Social Media Marketing. Das Buch erscheint nun tatsächlich schon zum fünften Mal – bekommt aber trotzdem einen schönen, langen Beitrag spendiert. Und das hat mindestens vier gute Gründe: Der „Standardwerk“-Störer prangt nicht umsonst auf dem Cover. „Social Media Marketing“ war eins der allerersten Bücher zum Thema in DE/AT/CH. Die erste Fassung erschien 2010 – damals als Adaption des amerikanischen Bestellers „The New Community Rules: Marketing on the Social Web“ von Tamar Weinberg (die bei Twitter tatsächlich noch einen Account mit ihrem Vornamen ergattern konnte). Aber wichtiger noch: Das Buch ist und bleibt einer der interessantesten, ausführlichsten und am meisten …

Neuerscheinung: Ethereum – Grundlagen und Programmierung

Erkundigt man sich bei 99 Informatiker*innen, Innovationsmanager*innen und Tech-Nerds nach dem weltweit zweitwichtigsten Blockchainkyryptowährungsgedöns (kein Fachjargon) – das aufgrund der technischen Überlegenheit seines Unterbaus Bitcoin langfristig den Top-Rang ablaufen könnte – dann sagen ca. 95 bis 97 der Befragten wohl wie aus der Pistole geschossen: Ethereum! Das Mitte 2015 erstmals gelaunchte Open-Source-Blockchain-Distributed- Computing-Smart-Contract-DApp-System (schon besser, aber irgendwie sperrig) hat einen kometenhaften Aufstieg hinter sich – weshalb sich unser Blockchain-Experte Andreas M. Antonopoulos nach Veröffentlichung von Mastering Bitcoin (deutsche Ausgabe: Bitcoin & Blockchain – Grundlagen und Programmierung) dann auch relativ zügig an Mastering Ethereum gesetzt hat. Und zwar praktischerweise in Koop mit Gavin Wood, Co-Gründer von Ethereum. Seit Ende 2019 liegt der Titel nun auch in deutscher Sprache vor: Bevor wir uns dem Aufbau des Buchs widmen, halten wir noch mal kurz inne und versuchen zu kapieren, was Ethereum denn nun eigentlich ist. Hardcore-ITler sagen, so Antonopoulos und Woods im Einführungskapitel, dass es sich um eine „deterministische, doch praktisch unbegrenzte Zustandsmaschine“ handelt, bestehend aus „einem global zugänglichen Singleton-Zustand und einer virtuellen Maschine, die Änderungen an diesem …

Spenden IT NGOs Weihnachten

Spenden zu Weihnachten: Sieben NGOs, die unser digitales Universum besser und schöner machen

In den letzten Jahren haben wir an dieser Stelle meist Bücher, Filme, Games und Gadgets empfohlen. Dieses Jahr versuchen wir noch mal etwas Anderes: Im Einklang mit dem Weihnachtsgedanken des Schenkens und Gebens empfehlen wir euch NGOs, die unser digitales Universum besser und schöner machen. Oder genauer gesagt: weniger schlecht und weniger hässlich. Liebe Leute, wenn ihr Weihnachtsgeld übrig habt, spendet es doch einer der folgenden Organisationen (und/oder ergänzt gerne diese Liste, die natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt): Amadeu-Antonio-Stiftung/Civic.net Die 1998 gegründete und inzwischen recht bekannte Amadeu-Antonio-Stiftung kommt zunächst eher undigital daher: Ihr Ziel ist es, gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus anzugehen – und zugleich die demokratische Zivilgesellschaft zu stärken. Dieses Engagement muss inzwischen auch verstärkt im Internet stattfinden, weswegen die Initiative Civic.net ins Leben gerufen wurde. Hier dreht sich alles um den Kampf gegen Online-Hate-Speech beziehungsweise für anständigen Diskurs in den sozialen Medien. Wer Civic.net unterstützen möchte, spendet zweckgebunden („Digitale Zivilgesellschaft“) an die Stiftung. Chaos Computer Club Europas größte Hacker-Organisation muss hier nicht mehr groß vorstellt werden. Seit 1981 geht’s bei Treffen, Aktionen …

KI Roman Krimi Thriller

„Gefährliche KI-Einsätze müssen hart sanktioniert werden“: Interview mit Christian J. Meier

Die nahe Zukunft: Der digitale Kapitalismus hat ein neues, extremes Stadium erreicht. In Amerika, Europa und Japan herrscht die Gaia-KI-Cloud. In China und weiten Teilen Afrikas gibt „Der Weg“ den Ton an. Plötzlich treten in beiden Hegemoniebereichen verdächtige Todesfälle auf, die Supertechnologien scheinen außer Kontrolle zu geraten. Das ruft unter anderem die Frankfurter Ärztin Jette Blomberg und den Stuttgarter Informatiker Patrick Reinerts nebst KI-Begleiter Laplace auf den Plan, Heldin und Helden des kürzlich bei Polarise erschienenen Tech-Thrillers KI – Wer das Schicksal programmiert. Wir haben Autor Christian J. Meier einige Fragen zu seinem Romandebüt gestellt. Christian, die Geschichte, die du in „K.I.“ erzählst, ist fiktional und spekulativ. Allerdings bist du Physiker und Wissenschaftsjournalist, unter anderem hast du ein Buch über die Geschichte des Quantencomputers publiziert. Sprich: Du präsentierst uns nicht irgendwelche Hirngespinste. Nähern wir uns tatsächlich einer „digitalen Apokalypse“? Und woran würdest du das festmachen? Zur digitalen Apokalypse muss es nicht kommen – wenn wir alle aufpassen. Wir Autoren können aufzeigen, was bei einem Weiter-so droht. Schon ein paar Mal hatte ich das Gefühl, die …