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Weniger schlecht Projekte managen: Der Selbsttest

Ganz frisch bei uns: ein neues Mitglied unserer „Weniger schlecht“-Familie. Diesmal geht es um die Disziplin Projektmanagement.

Eines ist klar: Der Product Owner für das Jahr 2020 hat auf ganzer Linie versagt – bei dieser schieren Menge an unerreichten Zielen und unkalkulierbaren Risiken. Anne Schüßler und Peter Schüßler aber machen dieses in so vielen Aspekten mindestens fragwürdige Jahr aber ein Stückchen besser. Denn sie legen ihr Erstlingswerk „Weniger schlecht Projekte managen“ vor.

Ob euch das Buch weiterhelfen würde? Das dürft ihr hier gern selbst herausfinden – in einem Auszug aus dem ersten Kapitel.

Weniger schlecht Projekte managen: Dieses Buch vermittelt unterhaltsam solides Methodenwissen zur Rolle und den Aufgaben von Projektmanager*innen

Ist dieses Buch für mich?

Der Weg zur Lösung ist ganz einfach: Wählt die jeweils für euch passende Antwort aus und überschlagt am Ende, welchen Buchstaben ihr am häufigsten angekreuzt habt.

Was ist überhaupt ein Projekt?

a) Das, was mein Chef so nennt.
b) Seit wir Projektmanagement machen, heißt bei uns eigentlich alles »Projekt«. Dann fühlt sich auch keiner zurückgesetzt.
c) Ein Projekt ist zeitlich begrenzt, hat einen eindeutigen Anforderungsumfang und ist einmalig. Es ist natürlich noch ein bisschen komplizierter, aber das fasst es ganz schön zusammen.

Wie sehen Sie Ihre Rolle in Bezug auf Ihr Projektteam?

a) Moment, Moment! ICH MUSS MIT ANDEREN MENSCHEN ZUSAMMENARBEITEN?!?
b) Ich bin natürlich jetzt Chef und sage allen, wo es langgeht. Und wenn dann doch wieder was nicht klappt, muss ich die Arbeit eben selbst machen.
c) Ich sorge dafür, dass das Projekt möglichst im Plan läuft, fungiere als Schnittstelle zwischen Management/Stakeholdern und Projektteam, kümmere mich um die Planung, das Risikomanagement und diene als Ansprechpartner. Ich habe sehr viele kleine Jobs rund um das Projekt, während das Projektteam fachlich möglichst ohne Störung arbeiten kann.

Wie erstellen Sie einen Netzplan?

a) Ich gehe zum nächsten Servicepunkt der Deutschen Bahn und hole mir einen.
b) Wir haben am Anfang des Projekts mal was in so ein Programm eingetippt und ausgedruckt. Ich glaube, die Datei liegt auf dem Rechner von Kollege Piependonk.
c) Wir haben in MS Project einen Netzplan erstellt, den wir auf einem Netzlaufwerk abgespeichert haben und regelmäßig prüfen und pflegen.

Wie findet man den kritischen Pfad heraus?

a) Der wird schon auf der Wanderkarte ausgeschildert sein.
b) Den kritischen Pfad erkenne ich aus dem Bauch heraus!
c) Da ich einen ordentlichen Netzplan mit sinnvollen Beziehungen zwischen den einzelnen Arbeitsschritten erstellt habe, weiß ich selbstverständlich, wo der kritische Pfad liegt!

Wie gehen Sie am besten mit Risiken um?

a) Ist Weglaufen eine Option?
b) Ach, das werden wir schon meistern, wenn es so weit ist. Mein Chef sagt immer: »Es gibt keine Probleme, nur Herausforderungen.« No Risk, no Fun!
c) Ich erstelle selbstverständlich eine Risikoanalyse, ordne die Risiken nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe und überlege mir Gegenmaßnahmen.

Ihr Projekt verspätet sich, Sie haben einen Meilenstein verrissen. Was machen Sie jetzt?

a) Was ist ein Meilenstein?
b) Ich weise das Projektteam an, bloß nichts zu sagen, und hoffe, dass es niemand merkt. Im Notfall schiebe ich es auf den externen Dienstleister, was will der schon machen?
c) Ich kommuniziere das Problem transparent an das Management und an den Kunden. Da uns das Problem glücklicherweise schon vorher bekannt war, konnten wir bereits Gegenmaßnahmen ergreifen, sodass sich die Verspätung nicht so schlimm auswirkt.

Haben Sie schon mal von agilen Projektmethoden gehört?

a) Nein. Aber ich gehe zwei Mal die Woche zur bewegten Pause. Zählt das auch?
b) Ja klar. Wir arbeiten schon lange agil und haben alle Prozesse abgeschafft. Irgendwie klappt das ja auch, es dauert nur länger, und keiner hat mehr Durchblick. Aber die Geschäftsführung sagt nichts, solange wir behaupten, das wäre normal bei Scrum.
c) Klar. Scrum, Kanban, XP. Wir evaluieren gerade die unterschiedlichen Prozesse und schauen, ob wir diese vernünftig innerhalb unserer Organisation einsetzen können. Das Management ist involviert und steht hinter uns.

Die Auflösung

Haben Sie überwiegend a) angekreuzt, sollten Sie noch mal überlegen, ob Sie überhaupt etwas über Projektmanagement wissen müssen, denn es klingt nicht ganz so, als hätten Sie schon einmal Berührung mit diesem Thema gehabt. Eventuell liegt aber genau da das Problem. Dann ist dieses Buch genau das richtige für Sie, und wir freuen uns, dass Sie unser Buch als Einstiegsbuch gewählt haben.

Haben Sie überwiegend b) angekreuzt, sind Sie exakt der richtige Kandidat für dieses Buch. Sie haben zwar in Ihrem Job mit Projektmanagement zu tun, lassen regelmäßig Buzzwords fallen, die Sie von anderen Buzzword-Fallenlassern gelernt haben, wissen aber letztlich nicht so wirklich, was sich dahinter verbirgt. Gegebenenfalls wissen Sie sogar recht viel von der Theorie, haben aber keine Ahnung, wie Sie Ihr Wissen brauchbar im Arbeitsalltag einsetzen können. Schön, dass Sie dieses Buch gefunden haben. Wir werden versuchen, alle Ihre Fragen zu beantworten, Missverständnisse zu klären und Ihnen wertvolle Tipps dazu zu geben, wie Sie ein besserer Projektmanager werden können.

Haben Sie überwiegend c) angekreuzt, sind Sie eindeutig überqualifiziert und können sich bei den Autoren ein »Überqualifiziert«-Kärtchen abholen (solange der Vorrat reicht). Vielleicht versprechen Sie sich von diesem Buch etwas, das wir nicht (mehr) leisten können, denn Sie wissen schon alles. Vielleicht können wir Ihnen aber inmitten von ganz viel »Weiß ich doch schon« auch den einen oder anderen hilfreichen Tipp geben, den Sie bisher noch nicht erhalten hatten. Vielleicht wollen Sie auch einfach nur klugscheißerisch prüfen, ob Sie irgendwo rumkritteln können. Vielleicht finden Sie den Titel witzig. (Obwohl, wirklich witzig ist er leider nicht.) Wir wollten nur was gesagt haben, bevor nachher Beschwerden kommen.

Weniger schlecht … ähm … Bücher lesen

Test bestanden und für die Lektüre von „Weniger schlecht Projekte managen“ qualifiziert? Dann findet ihr hier noch einmal alle Infos auf einen Blick:

Weniger schlecht Projekte managen
Von Anne Schüßler und Peter Schüßler
300 Seiten, 2020
Print: 26,90 € (D), E-Book: 21,99 € (D)
Inhaltsverzeichnis, Leseprobe und Bestellmöglichkeit unter oreilly.de. Erhältlich bzw. bestellbar in allen On- und Offline-Buchhandlungen.

Außerdem in der Reihe erschienen:

Weniger schlecht programmieren
(auch hier gibt es einen Selbsttest im oreillyblog!)
Von Kathrin Passig und Johannes Jander
456 Seiten, 2013
Print: 24,90 € (D), E-Book: 19,99 € (D)
Inhaltsverzeichnis, Leseprobe und Bestellmöglichkeit unter oreilly.de.

Weniger schlecht über IT schreiben
Von Christina Czeschik und Matthias Lindhorst
210 Seiten, 2018
Print: 19,90 € (D), E-Book: 15,99 € (D)
Inhaltsverzeichnis, Leseprobe und Bestellmöglichkeit unter oreilly.de.

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