Schreibe einen Kommentar

Neuerscheinung: Ethereum – Grundlagen und Programmierung

Erkundigt man sich bei 99 Informatiker*innen, Innovationsmanager*innen und Tech-Nerds nach dem weltweit zweitwichtigsten Blockchainkyryptowährungsgedöns (kein Fachjargon) – das aufgrund der technischen Überlegenheit seines Unterbaus Bitcoin langfristig den Top-Rang ablaufen könnte – dann sagen ca. 95 bis 97 der Befragten wohl wie aus der Pistole geschossen: Ethereum!

Das Mitte 2015 erstmals gelaunchte Open-Source-Blockchain-Distributed- Computing-Smart-Contract-DApp-System (schon besser, aber irgendwie sperrig) hat einen kometenhaften Aufstieg hinter sich – weshalb sich unser Blockchain-Experte Andreas M. Antonopoulos nach Veröffentlichung von Mastering Bitcoin (deutsche Ausgabe: Bitcoin & Blockchain – Grundlagen und Programmierung) dann auch relativ zügig an Mastering Ethereum gesetzt hat. Und zwar praktischerweise in Koop mit Gavin Wood, Co-Gründer von Ethereum. Seit Ende 2019 liegt der Titel nun auch in deutscher Sprache vor:

Ethereum
Umfassende Einführung und zugleich Nachschlagewerk: Ethereum – Grundlagen und Programmierung

Bevor wir uns dem Aufbau des Buchs widmen, halten wir noch mal kurz inne und versuchen zu kapieren, was Ethereum denn nun eigentlich ist.

Hardcore-ITler sagen, so Antonopoulos und Woods im Einführungskapitel, dass es sich um eine „deterministische, doch praktisch unbegrenzte Zustandsmaschine“ handelt, bestehend aus „einem global zugänglichen Singleton-Zustand und einer virtuellen Maschine, die Änderungen an diesem Zustand vornimmt.“

Das habt ihr nicht so genau verstanden? Kein Problem. Ich auch nicht. Deshalb gibt’s auch noch die Version für Praktiker. Danach ist Ethereum eine „Open-Source-basierte, globale, dezentralisierte Infrastruktur, die als Smart Contracts bezeichnete Programme ausführt.“ Es nutze die Blockchain zur Synchronisation und Speicherung der Zustandsänderungen des Systems sowie eine Kryptowährung namens Ether, um die Kosten der Ausführungsressourcen zu messen und zu beschränken.

Aha! Und was macht man jetzt damit?

Ganz einfach: Die Plattform erlaubt es allen, die sich dafür interessieren, „leistungsfähige dezentralisierte Anwendungen mit integrierten ökonomischen Funktionen zu entwickeln.“ Ihre Überzeugungsargumente lauten: Hochverfügbarkeit, Nachvollziehbarkeit, Transparenz und Neutralität sowie Reduktion bzw. Eliminierung von Zensur und Gegenparteirisiken (Geschäftspartner zahlt nicht).

Und was ist der Unterschied zu Bitcoin und anderen Blockchains? Auch hier gibt’s gleich zu Beginn des Buchs präzise Antworten. Zunächst sei auf die zahlreichen Gemeinsamkeiten zwischen Ethereum und seinen Konkurrenten verwiesen: Peer-to-Peer-Netzwerk, Proof-of-Work-Blockchain, digitale Signaturen und Hashs, Kryptowährung.

Jedoch ist der Zweck von Ethereum „nicht primär der eines digitalen Zahlungsnetzwerks. Zwar ist die Digitalwährung Ether integraler Bestandteil von Ethereum und für den Betrieb unverzichtbar, doch gedacht ist Ether als „Hilfswährung“, um die Nutzung der Plattform als Weltcomputer bezahlen zu können.

Ethereum
Von herausragenden Experten lernen: Andreas M. Antonopoulos, weltweit führender Bitcoin- und Open-Blockchain-Experte, und Dr. Gavin Wood, Mitbegründer von Ethereum und Erfinder von Solidity, liefern Grundlagen, Code und zahlreiche Anwendungsbeispiele.

Im Gegensatz zum Bitcoin, der nur eine stark eingeschränkte Skriptsprache besitzt, wurde Ethereum als programmierbare Allzweck-Blockchain entworfen, die eine virtuelle Maschine verwendet, die Code beliebiger und unbegrenzter Komplexität ausführen kann. Während sich Bitcoins Skriptsprache ganz bewusst auf die einfache Wahr/Falsch-Evaluierung von Ausgabebedingungen beschränkt, ist Ethereums Sprache Turing-vollständig, was bedeutet, dass Ethereum direkt als Allzweckcomputer verwendet werden kann.

Und damit ist das Wichtigste über das beeindruckende Potenzial der Technologie auch schon gesagt.

Wenn ihr (als Entwickler*in, Softwarearchitekt*in, Techie oder Investor*in) in nächster Zeit damit arbeiten wollt, nehmen euch Andreas Antonopoulos und Gavin Woods auf gut 400 Seiten an die Hand und erklären en detail:

  • Grundlagen und Clients
  • Kryptografie
  • Wallets
  • Transaktionen
  • Smart Contracts
  • Tokens
  • Orakel
  • DApps
  • die Virtual Machine
  • Konsensregeln

Dazu gibt’s Bonusmaterial in Form von Kurzreferenzen & Co. Das vollständige Inhaltsverzeichnis findet ihr hier (PDF). Ein längeres Probekapitel (27 Seiten Ethereum-Grundlagen) haben wir hier für euch hinterlegt.

Und allen, die nach der Lektüre technischer Dokumentationen mehr über die Menschen hinter dem neuen dezentralen Weltcomputer erfahren möchten, sei dieses t3n-Kurzportrait von Ethereum-Mastermind Vitalik Buterin empfohlen.

Let there be smart contracts!

Mehr Infos zum Buch

Andreas M. Antonopoulos und Gavin Wood
Ethereum – Grundlagen und Programmierung
Smart Contracts und DApps entwickeln

428 Seiten
39,90 Euro (Print) | 31,90 (E-Book)

Überall erhältlich, wo es Bücher gibt!

Sag's weiter:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.