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Neuerscheinung: Blockchain – kurz & gut

Lange hatten wir keine virtuelle Redaktionssitzung für das oreillyblog mehr, aber dann traf ein kleines Blockchain-Büchlein ein und wir öffneten die Messenger-Fenster. Lest selbst:

Corina Pahrmann: Du, Alex?

Alexander Plaum: Jau, was gibt’s?

CP: Wir bräuchten da noch einen Blog-Post zu der Neuerscheinung in unserer Taschenbibliothek …

AP: Meinst du Blockchain – kurz & gut?

CP: Exakt. Schon gelesen?

AP: Nicht komplett. Aber ich habe ausführlich reingeschaut.

CP: Und?

AP: Prima Kompaktreferenz, allerdings eher für Experten.

In „Blockchain – kurz & gut“ sorgt Kai Brünnler, Professor an der FH in Bern, für ein tiefergehendes Verständnis dieser disruptiven Technologie. Und das in einem „angenehm knappen Schreibstil“, wie uns die ekz in einer Einschätzung zum Buch bestätigt.

CP: Woran machst du das fest?

AP: Nun ja, Kai Brünnler steigt halt gleich ein mit Hashfunktionen und digitalen Signaturen als Krypto-Grundbausteine einer Blockchain. Und dann geht’s weiter mit digitalen Zeitstempeln und Proof-of-Work. Zu Beginn des zweiten Teils schreibt er: „Wenn man direkt erklärt, wie die Blockchain funktioniert, besteht die Gefahr, dass dabei unklar bleibt, warum sie so funktioniert.“ Weshalb er im Anschluss beginnt, mit dem Leser ein Protokoll für digitales Bargeld zu entwickeln. Erst im dritten und letzten Teil wird’s dann wieder etwas einfacher, wenn es um Blockchain-Anwendungen geht.

CP: Klingt tatsächlich nach einem Büchlein für ITler bzw. Menschen mit Vorwissen.

AP: Ist auch genau so ein Büchlein. Aber ein wirklich gutes.

CP: Trauen wir uns, hier noch mal eine Kurzdefinition von Blockchain zu liefern?

AP: Hui … kurz ist immer schwierig, aber ich probier’s: Eine Blockchain ist erst mal ein digitales Verzeichnis von Transaktionen, eine Art modernes Kassenbuch, das man für alle möglichen Zwecke nutzen kann (Bitcoin war nur ein erster Anwendungsfall). Die einzelnen Einträge sind die Blocks, und die werden wie Glieder einer Kette zusammengefügt. Daher der Name des Ganzen. Jede Transaktion bzw. Veränderung der Chain wird von zig anderen Rechnern in einem Peer-to-Peer-Netzwerk überprüft und validiert.

Dieses dezentrale System garantiert, das kein Einzelrechner ungültigen Quatsch einfügen kann. Jeder neue Block wird mit einem sogenannten kryptographischen Hash an die Kette gehängt, wobei diese Prüfziffer aus dem alten Block generiert wird. Das ist ein ziemlich cooler Ansatz, denn so werden alle Blöcke/Einträge ständig erfasst, die Kette reißt nicht ab, und eine Manipulation ist schwer bis unmöglich, weil man ja auf zig Rechner zugreifen und zig alte Blocks fälschen müsste – was schnell auffallen würde.

CP: Ironischerweise fahren ja gerade viele Unternehmen und Organisationen total auf Blockchain ab, obwohl sie die Technologie gar nicht brauchen und ihr Problem ganz klassisch lösen könnten.

AP: Das stimmt allerdings. Blockchain ist super, aber man braucht den Kram nur unter bestimmten Voraussetzungen. Es ist letztlich eine gemeinsam nutzbare Datenbank für (sehr viele) Parteien, die einander nicht wirklich kennen und/oder nicht vertrauen und/oder verschiedene Interessen haben und/oder keinen vernünftigen/effizienten Verwalter bestellen können oder wollen.

CP: Was wäre denn ein guter Use Case für dich?

AP: Also … wir haben doch vor ein paar Jahren im Kollektiv diesen Hof gekauft. Ein unglaubliches Geraffel mit Vertragsparteien und Notaren und Ämtern und hastenichtgesehen. Da wäre Blockchain eine perfekte Lösung. Stell dir mal vor: so ein verlässliches, komfortables Digitalverzeichnis für Kauf, Verkauf, Eintragung und Verwaltung von Grundstücken.

CP: Das dürfte allerdings noch ein paar Jährchen dauern. :-)

AP: Das fürchte ich auch. Aber wenn es soweit ist, haben die Entscheider hoffentlich unser Blockchain-Taschenbuch auf dem Schreibtisch liegen.

CP: Und natürlich Bitcoin & Blockchain – Grundlagen und Programmierung.

AP: Jetzt ist aber gut mit der Buchwerbung. :-) Hast du vielleicht noch ein nettes Erklärvideo am Start?

CP: Ich find ja das Video cool, in dem Bettina Warburg für Wired versucht, das Thema Blockchain in fünf Schwierigkeitsstufen aufzubereiten: für Kinder, für Teenager, für Studenten, für Leute mit Uni-Abschluss und für ausgewiesene Experten.

AP: Super. Dann posten wir das doch zum Schluss.

 

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