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Digital Immigrant trifft auf Digital Native: Das Elternbuch zu WhatsApp, YouTube, Instagram & Co.

„Das Elternbuch zu WhatsApp, YouTube, Instagram & Co.“ ist für die zweite Auflage komplett aktualisiert worden – und hilft Eltern bei der Orientierung.

Auch ihr könnt euch vermutlich noch an das klobige Telefon mit der Wählscheibe erinnern, vorzugsweise in beige oder kotzgrün, richtig? An die Telefonzelle, erst gelb und mit Münzschlitz und dann allmählich ein bisschen moderner, als telekommagentafarbener Glasunterstand, mit Karte zu bedienen?

Obwohl ich per definitionem zu den ältesten Millennials zähle, habe ich dies noch genau vor Augen, und deshalb bin ich – vermutlich so wie ihr – ein Digital Immigrant. Ich bin irgendwann in diesem Neuland angekommen, von außen, aus einer analogen Welt. Ein Handy habe ich, seit meine Kinder klein sind, und natürlich sind sie damit aufgewachsen, dass ich sie damit fotografiere, darüber Nachrichten lese, auf sozialen Medien abhänge, die armen Kleinen auch gelegentlich ignoriere (mea culpa) zugunsten der interessanten Dinge in der digitalen Welt. Meine Kinder kennen Werbung nur vor YouTube-Clips und suchen sich sonntagmorgens eine Animationsserie auf Netflix raus. Was das Fernsehprogramm ist, wissen sie nicht mehr – und auch in meiner Erinnerung verblasst es langsam neben der selbstbestimmten Nutzung von Streaming-Diensten.

Neuland oder Augmented Reality?

Ist das also noch Neuland? Existiert die digitale Welt nicht längst nicht mehr vor, unter oder neben der realen, sondern ist mit ihr verschmolzen zu einer zugegeben chaotischen „erweiterten“ Version vom „Altland“? Wir kennen von uns selbst, dass wir undiszipliniert mit unseren Smartphones sind, dass wir zu viel Zeit auf Facebook verdaddeln – oder aber wir haben uns als Erwachsene und Eltern vielleicht eher wenig damit befasst, wissen vielleicht, was YouTube ist, sind aber mit dem Instagram- und Musical.ly/TikTok-Parallelleben unserer Kinder hoffnungslos überfordert.

„Das Elternbuch zu WhatsApp, Youtube, Instagram & Co.“ holt sowohl die eine „Art“ Eltern als auch die andere ab. Hier wird übersichtlich, interessant und präzise geschildert, wie die gängigsten Apps, die Kinder bedienen, funktionieren, bei welchen anderen „neuen Medien“ ein Blick in die Kinderschutzeinstellungen zu empfehlen ist, was Influencer sind und warum vor allem junge Menschen sie oft für ihre Freund*innen halten, wie viel Mediennutzung angeraten ist und was von Schlagzeilen zum Thema „Internetsucht“ und „Fear of Missing Out“ zu halten ist. Auch Präventionsmaßnahmen gegen Cybermobbing und Blocking-Einstellungen werden erklärt, und der Unterschied zwischen dem, wie Heranwachsene Apps, Smartphone und Social Media nutzen – und wie wir Immigrant-Dinosaurier das tun.

Die Autoren Tobias Albers-Heinemann und Björn Friedrich sind in der Medienpädagogik tätig und wissen, dass das Thema mittlerweise an jeder Schule und in jeder Familie relevant ist. Für die zweite Auflage haben sie den Inhalt und das Bildmaterial erweitert, neue Statistiken gesichtet und neue Apps unter die Lupe genommen. Ein rundum gelungener Ratgeber, der Eltern wirklich weiterhilft!

Das Buch gibt es ganz frisch auf oreilly.de sowie im gut sortierten On- und Offline-Buchhandel Eurer Wahl.

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