Schreibe einen Kommentar

„Ein Blog ist perfekt“: Ein Gespräch über Content Marketing und die Blog4Business

Daniela Sprung ist Bloggerin, Kommunikationswissenschaftlerin und Dozentin. Seit vier Jahren sammelt sie im bloggerabc Know-how und Erfahrungen zum Blogmarketing (v.a. zu SEO und Reichweitenerhöhung), den richtigen Plugins und ganz besonders zum Bloggen für kleine und mittlere Unternehmen. Gerade organisiert sie die Blog4Business. Ich habe mich mit ihr über Corporate Blogging unterhalten.

Gemeinsam mit der IHK Dortmund organisiert Daniela Sprung die Blog4Business, ein Konferenzcamp. Foto: Anke Sundermeier

Liebe Daniela, Du schreibst nicht nur selbst, sondern verhilfst unter anderem Unternehmen zu ihrem Corporate Blog. Was fasziniert Dich so am Bloggen?

Dass ich die Möglichkeit habe verschiedenste Arten an Kommunikation auf einer Plattform zu vereinen, die mir keiner wegnehmen kann. Beispielsweise kann mit einem Blog eine Marke aufgebaut werden. Man kann Expertenwissen beweisen und teilen, unterschiedliche Medienformate einbinden und Reichweite erzielen. Während soziale Netzwerke fremdbestimmt sind und jederzeit geschlossen werden können, ist das bei einem Blog nicht möglich. Bloggen lässt uns ein Netzwerk aufbauen, aktive Suchmaschinenoptimierung durchführen und konkrete Ziele erreichen. Es gibt im Grunde keine Plattform, die das alles auf einmal bietet.

Gibt es Unternehmensblogs, die Du regelmäßig liest?

Ja, unbedingt. Ganz vorne mit dabei sind das Westfalen Blog der Westfalen AG und das Karriereblog der LVQ. Hier schreiben jeweils die Mitarbeiter – und keine Kommunikationsabteilung schaut drüber und korrigiert. Echter geht es schon nicht mehr, und ich empfehle sie als Best Practice-Beispiele gerne in meinen Vorträgen und Workshops. Um mich selbst im Bereich SEO, Facebook und Content Marketing auf dem Laufenden zu halten, lese ich sehr gerne die Blogs von Seokratie, Thomas Hutter und Hubspot bzw. Ubounce. Die Blogs kann ich sehr empfehlen.

Bloggen hat viele Vorteile – das steht nicht erst fest, seitdem Unternehmen bei Facebook ungewollt Reichweite verloren. Doch ohne konkrete Planung geht’s nicht. Foto: 85Fifteen / Unsplash

Wenn Unternehmen fragen, warum sie bloggen sollten – was entgegnest Du ihnen?

Eine Menge. Blogs bieten hervorragende und umfassende Möglichkeiten, um die eigene Kommunikation und Marke zu stärken. Beispielsweise macht man sich durch das eigene Bloggen unabhängig von der journalistischen Berichterstattung. Eigene Statements können direkt veröffentlicht werden und wenn die Artikel gut sind, dann können Unternehmen ihre eigenen Geschichten direkt erzählen und müssen nicht warten, bis die Presse es aufnimmt.

Ein Blog ist perfekt, um mit Kunden und Interessierten in den Dialog zu gehen, einen Expertenstatus online aufzubauen, seine Produkte und Dienstleistungen zu zeigen, Employer Branding zu betreiben und sich gleichzeitig unabhängig von sozialen Netzwerken und der Presse zu machen. Gleichzeitig habe ich keine Zeichenlimitierung wie bei Twitter, keinen geschlossenen Kanal wie bei sozialen Netzwerken. Und ich bin in der Lage, verschiedenste Medienformate auf einer Plattform einzubinden. Ein Blog bietet so viel Potenzial. Warum also Budget ausschließlich in fremde Kanäle investieren?

Und dann antworten Sie: Aber warum reicht es denn nicht, einfach weiter Anzeigen zu schalten oder Rabattcoupons auszuteilen? Das „Haben wir doch immer so gemacht“-Argument … ;-)

Klar, kann man so machen. Aber was machen Unternehmen mit Kunden, die Anzeigen nicht mehr erreichen und Rabattcoupons gar nicht nutzen? Fakt ist, mit den nachfolgenden Generationen ändern sich die Nutzererwartungen. Ein Beispiel: Zwei Drittel der Menschen weltweit nutzen ein Mobiletelefon (We are Social). Rund 53 Prozent der weltweiten Bevölkerung sind im Internet, Tendenz steigend. Printanzeigen und Rabattcoupons helfen dann nicht mehr, um Kunden zu erreichen. Warum also Budget investieren, wenn ich auf meiner eigenen Plattform die Kunden zu meinen Produkten, zu Shops oder zum Vertrieb lenken kann?

 

Nun ist Content Marketing – Texte, Videos, Podcasts – aber sowohl konzeptionell aufwendiger als auch in der Produktion teurer als beispielsweise ein Satz Flyer. Wer kann sich ein Unternehmensblog leisten?

Jeder, der bereit ist zu investieren. Ein Blog schreibt sich nicht von alleine, es braucht eine Strategie und muss kontinuierlich bespielt werden. Das kostet Geld. Wer sich nicht im Vorfeld genaue Gedanken macht, welche Ziele das Blog unterstützen soll, der sollte gar nicht erst damit starten. Unter Umständen kann es sich auch lohnen, die operative Arbeit an einem Blog auszulagern und seine Kernkompetenzen anderweitig einzusetzen. Wichtig ist aber, dass das Unternehmen bei der strategischen Planung dabei ist, beispielsweise in Form von Workshops, um zu erarbeiten, was das Blog leisten soll und wie. Nur so kann ein Blog das Unternehmen widerspiegeln und der Verantwortliche entsprechend arbeiten.

Wie lässt sich Corporate Blogging messen – kann es zu Conversions, zu Umsätzen, zu führen oder soll das gar nicht im Mittelpunkt stehen?

Meiner Meinung nach ist das Blog in erster Linie ein dialogorientierter Kanal, der zur Unternehmensstrategie passen muss. Natürlich lässt sich messen, ob über einen Artikel vermehrt auf Whitepapers oder den Shop zugegriffen wurde. Aber wenn ein Unternehmen nur das Ziel hat, Umsätze über das Blog zu steigern, hat es meines Erachtens das Bloggen nicht verstanden. Ein Blog bietet so viel mehr und hat ein enormes Potenzial, die eigene Online-Reputation zu optimieren, Vertrauen aufzubauen und Transparenz zu zeigen, was in Krisenzeiten nicht zu unterschätzen ist. Ein Blog alleine macht noch keinen Umsatz. Es ist die Kombination aus mehreren Wegen, die zum Erzielen von Umsätzen gegangen werden. Das Blog kann den Vertrieb, das Marketing und die PR-Abteilung hervorragend unterstützen. Das muss aber strategisch geplant und umgesetzt werden.

Blog4Business

Am 13. April findet die Blog4Business statt, ein sogenanntes Konferenzcamp, das Du aktuell organisiert. Die IHK zu Dortmund ist dabei dein Partner. Wer sollte zur Blog4Business kommen?

Die Blog4Business richtet sich an alle, die sich mit dem Thema Blog vertiefend auseinandersetzen möchten. Ich richte mich an Selbständige, Unternehmen und Mitarbeiter in Kommunikationsabteilungen, die ein Blog haben oder darüber nachdenken mit einem Blog anzufangen. Das KonferenzCamp soll Impulse zum Thema bieten. Die Besucher haben die Gelegenheit, in den Sessions eigene Workshops und kleine Vorträge mit Fragen oder Ideen rund um Blogging, Online- und Content Marketing oder auch Social Media anzubieten. So können sie direkt miteinander in Kontakt kommen, netzwerken und den Tag aktiv mitgestalten.

Dazu ist es Dir gelungen, etablierte Branchenkenner zu gewinnen …

Das stimmt und ich freue mich sehr, dass sie dabei sind! Klaus Eck ist eine Koryphäe auf dem Gebiet Content-Strategie und Corporate Blog. Mit seinem Blog PR-Blogger ist er seit mehr als zehn Jahren im Netz und hat viele Unternehmen in Bezug auf Blogs beraten. Ebenso Jochen Mai, der mit der Karrierebibel Deutschland erfolgreichstes Blog zum Thema Job und Karriere gestartet hat. Rund vier Millionen monatliche Leser sprechen für seinen Erfolg und er war maßgeblich beim Aufbau des erfolgreichen Yelloblogs von Yellowstrom beteiligt. Mehr Expertise geht fast nicht mehr.

Alina Abedi Jam wird darüber sprechen wie Social Media bei thyssenkrupp funktioniert und welche Herausforderungen es dort zu meistern gibt. Diese Einblicke hinter die Kulissen eines internationalen Großkonzerns sind selten. Darum freue ich mich besonders, dass sie dabei ist.

Und was ist Dein persönliches Highlight des Blog4Business?

Eine gute Frage. Ich glaube, besonders freue ich mich drauf, diesen Tag zu gestalten. Dabei zu sein, wenn die Besucher miteinander in Kontakt kommen, sich austauschen – und dass ich ein Teil davon sein darf. Wenn am Ende alle nach Hause gehen und eine gute und bereichernde Zeit hatten, dann freue ich mich am meisten.

Ich danke Dir für das Gespräch, Daniela, und wünsche viel Erfolg für die erste Blog4Business! 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.