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Das war die #rp17

Kennt Ihr das: Man ordert irgendwann im Herbst das Earlybird-Ticket, legt die Bestätigungsmail ab und arbeitet weiter. Plötzlich ist es Mai, auf Twitter häufen sich die #rp17-Erwähnungen und während der Rest der Welt packt, seid Ihr selbst noch mitten in Euren ToDo-Listen. So war das leider in diesem Jahr bei uns – dicke Manuskripte stapelten sich auf den Schreibtischen unserer Lektorinnen, im Marketing verklebte das Blog-Relaunch die üblichen Abläufe. Wichtig war alles, und deshalb, Augen zu und durch, haben wir die #rp17 „nur“ im Sauseschritt mitgenommen. 

#rp17

LOVE OUT LOUD: Das Motto der diesjährigen #rp17 wurde durch einer 2016er Session von Kübra Gümüşay inspiriert. (YouTube)

Auf der #rp17 gehört und gesehen

Großartig war es dennoch: Ich startete erst Dienstag (bisschen lame, liebe re:publica, dass Dienstagsanreisende ohne Lanyard und mit fiesem Plastikbändchen abgespeist werden. Nicht dass ich nicht genügend Lanyards habe, aber eins in bunt mit „LOVE OUT LOUD“, das fehlt nun tatsächlich) mit Gunter Dueck auf Stage 1. Unter dem Titel „Flachsinn – über gute und schlechte Aufmerksamkeit (…)“ stellte Dueck kurz sein neues Buch vor und konzentrierte sich dann darauf, wie Menschen heutzutage in Gruppen wahrgenommen werden. Ist der der erfolgsversprechende Aufstiegskandidat im Unternehmen, der auf sich aufmerksam macht? Oder der, der zuverlässig (und brilliant) seinen Job erledigt, darum aber nicht viel Wind macht? Im Social Web laut sein, im Konzern aber lieber mit der Masse mit? Schaut’s Euch an – Gunter Dueck erzählt Anekdoten, manchmal fast so trivial, dass Ihr denkt, Ihr müsstet ausschalten oder herausgehen. Aber während er diese erzählt, liefert er Erkenntnisse

Für mich schlossen sich an:

  • Brainhacking mit Miriam Meckel. (YouTube, und hier berichtet WIRED über den Talk.)
  • Bedingungsloses Grundeinkommen, eine (die) Diskussion mit Andrea Nahles. (Berichterstattung gab es dazu reichlich, das Video findet Ihr hier.)
  • Schnelles Mittagessen \o/
  • Gehen ein 3D-Drucker, ein Lasercutter und ein Arduino in eine Bar … mit Rebecca Husemann und Philip Steffan. Sehr schöner Abriss, unter anderem über die Schnittstellen zwischen Hacking, DIY-Anhängern, MINT-Förderern, Lehrern und Bildungspolitikern, Bastlern und Heimwerkern, Volkshochschulen und Maker Faires und vielen/m anderen mehr. Ein Video gibt es hier.
  • Lange, wunderbare Kaffeepause mit unserer Autorin Cathrin Tusche <3
  • Im Sinne des über-den-Tellerrand-Blickens eine Session zu Fintechs. Joooaaahhhh. Bisschen viel Sparkassen-Content. ;) 
  • Diskussion um die Frage „Starten Frauen im Zuge der Digitalisierung besser durch?“ (YouTube / blieb eher ergebnisoffen, sicher auch, weil ich etwa nach der Hälfte weiter huschte zu ..)
  • „Save the world, tell a story“ von Journelle. Das war schön ;)  (YouTube)

Rebecca Husemann schrieb ihre Bachelorarbeit über die deutsche Makerszene, Philip Steffan erzählte u.a. von vielen Maker Faires, die er besucht und/oder mitorganisiert hat.

Dann ging erstmal gar nichts mehr, wenn ich beginne, wild durch Sessions zu hüpfen, verpasse ich das jeweils Entscheidende. Also lieber Affenfelsen und Ausklingen lassen. Nochmal kurz zum Digitalen Quartett (Serientipp mitgenommen: Please like me), dekorativ herumstehen und nette Menschen wie z.B. unsere O’Reilly-Freundin und Autorin Wibke Ladwig treffen, Crèpe futtern und schließlich überraschend in eine Beatbox-Performance mit Mando hineinschlittern und in bester re:publica-Manier überrascht werden.

(Mehr zu Mando gibt es u.a. hier.)

Was #Leute immer wieder über die re:publica sagen

„Sollen wir Buchmenschen da jetzt alle hin?“, fragte unser Branchenmagazin, das Börsenblatt. Vorausgegangen war unter anderem die „Ansprache ans Volk“ von Wibke, in der sie bedauernd auf die sehr geringe Dichte von Kultur im Programm der #rp17 hinwies. Durchaus zu Recht, denn „LOVE OUT LOUD“ gibt eigentlich genügend her, wo noch ist das Thema Liebe denn schon so groß wie in der Literatur, der Musik, der Kunst? Das bringt uns zum ersten von zwei Sätzen, die wir immer wieder über die re:publica hören.

Aussage 1: Das bringt mir nichts für den Job.

Dies entgegneten nicht nur die angesprochenen Kulturschaffenden, ich hörte dieses Argument vorab von einigen BerufskollegInnen, Bekannten, Netzmenschen: re:publica sei ja schön und gut, bringe fürs Business aber zu wenig. Und ja, auch wir schätzten die Tage off in Berlin – siehe oben – im Hinblick auf den übervollen Schreibtisch ja durchaus kritisch. 

Aber, imho: Wer zur re:publica fährt, um Aufträge zu generieren oder konkrete Handlungsanweisungen für seinen Geschäftsalltag zu erhalten, wird in aller Regel enttäuscht sein. Dazu ist die re:publica nicht geeignet, das will sie aber auch nicht. Wollte sie nie. Für mich ist die re:publica auf einer Metaebene wichtig. Sie liefert mir einen wunderbaren Überblick über alle Haupt-, aber auch die Randbereiche des Universums Internet. Hier treffen Hacker und Maker, Publizisten und Marketer, Foodblogger und Netzpolitik-Aktivisten (und so viele andere) zusammen, hier geht es um Netzkultur, Digitalisierung, Gesellschaft. Um Snapchat und um Hatespeech. Und so vieles mehr. Hier kann man genauso gut tief in die eigene Filterblase einsteigen wie genau diese eben auch verlassen. Und ja, das ist manchmal eher eine persönliche Fortbildung, von der unser Unternehmen nicht direkt profitiert. Aber ist das der richtige Maßstab? (Und es profitiert übrigens doch.)

Dabei war ich längst nicht auf jeder re:publica, denn natürlich gibt es Phasen, während der der Job eben gerade konkretes Handeln erfordert und keine Zeit für Inspiration lässt. Aber wann immer es möglich ist, werden wir O’Reillys vor Ort sein. 

8000+ Teilnehmer, und trotzdem Klassentreffenstimmung. _Schönes_ Klassentreffen.

Aussage 2: Ist ja schön mit den Mitschnitten, aber das guckt sich ja dann ohnehin keiner mehr an.

Und wenn wir nicht oder nicht an allen Tagen vor Ort sind? Ganz klar, dann wird die abendliche Netflix-Zeit mit dem re:publica-YouTube-Channel gesplittet. Und das solltet Ihr ruhig auch tun. Die Daheimgebliebenen sowieso, die rp-Besucher ebenfalls, denn dann sitzt es sich gleich viel entspannter auf dem Affenfelsen. Logisch, die Konserve ist nie so gut wie live. Aber. Aber. Macht’s einfach ;) 

Wir danken dem rp-Team sowie allen Speakern, Ausstellern, Besuchern, die die re:publica erneut zu dem gemacht haben, was sie für uns ist: Die Analogversion eines kleinen, inspirienden Teils des Internets. 

Die #rp18 findet vom 2. bis 4. Mai in Berlin statt. 

Closed. Wir freuen uns auf nächstes Jahr!

P.S.: Drüben bei Facebook haben wir noch mehr Bilder hochgeladen.

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