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Kaffee, Tiger und das Web – Java

6 Tiger, 3690g, 11,5 cm und 2040 Seiten – zusammengefasst sind das die beiden neuen Java-Bücher von O’Reilly: Java-Programmierung – Das Handbuch zu Java 8 (5,9 cm mit 1080 Seiten) und Java – Der umfassende Programmierkurs (5,6cm mit 960 Seiten). Ein großer Batzen Wissen rund um die erfolgreiche Programmiersprache, durch den man sich erst einmal durcharbeiten muss. Lohnt sich aber – denn: Was wären Programmierer heute ohne Java?

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Ein ganzer Haufen Java

Die Entwicklung von Java war eher Zufall: Als Java-Vater James Gosling, unterstützt von etwa 30 Kollegen, mit der Entwicklung begann, sollte eigentlich eine Software zur Haushaltsgerätekommunikation entstehen. Die ewige Vision vom selbst einkaufenden Kühlschrank und dem sprechenden Toaster schwebte der Sun-Entwicklergruppe vor (Sun wurde 2010 von der Oracle-Gruppe aufgekauft, der Java heute gehört). Zunächst galt es, eine gemeinsame Sprache für völlig verschiedene Geräte zu finden. Heraus kam dann aber auch eine Technologie, mit der zum Beispiel interaktive Inhalte ins Web gebracht werden konnten. Java hat das bis dahin statische Web so erst lebendig und interaktiv gemacht. Erinnert Ihr Euch noch an die kleinen Java-Spielchen der 90er, bei denen nicht selten der Rechner kapitulierte? (Heute sind wir an dynamische Websites gewöhnt, die ständig neue Inhalte nachladen.)

Write once, Run Anywhere

Webseiten sollen für alle gleich sein: Für Mac-Fans wie für Windows-User und Linux-Anhänger sollen sie von unterschiedlichen Betriebssystemen aus nutzbar sein. Java gelangte aus der Wohnküche ins World Wide Web, indem es genau diesen Vorteil bot: Seine Anwendungen laufen innerhalb der (vorab zu installierenden) Java Virtual Machine (JVM) und damit unabhängig von Rechnertyp und Betriebssystem. Diese „Plattformunabhängigkeit“ wird heute als selbstverständlich angesehen, war damals aber eine große Herausforderung. Damit haben die Java-Programmierer einen Standard gesetzt, die Regel „Write Once, Run Anywhere“ wurde zu ihrem Motto.

Java ist überall

Das Baukastenprinzip der objektorientierten Programmierung, mit dem sich viele Entwickler zunächst schwer taten, hat sich durchgesetzt. Aber nicht nur für die Webprogrammierung ist Java nützlich. Umfangreiche Bibliotheken und zahlreiche Werkzeuge machen es zu einer vielseitig einsetzbaren Programmiersprache, mit der auch komplexe Programme geschrieben werden können.

Seit 1999 gibt es Java in drei verschiedenen Ausführungen: der Enterprise Edition (Java EE), der Standard Edition (Java SE) und der Micro Edition (Java ME). Aufwendige Client/Server-Anwendungen können über Java EE realisiert werden. Java SE dient als Grundlage sowohl für Java EE als auch für Java ME. Java ME ist für kleinere Geräte konzipiert, die Software von 3 Milliarden Mobiltelefonen weltweit basiert derzeit auf Java. Jedes Gerät mit einem Mikroprozessor ist Java-fähig, von PCs und PDAs über Fernseher und Autoelektronik – bis hin zu Küchengeräten.

Im Januar 2013 wurden Sicherheitslücken in Java 7 bekannt, woraufhin zuerst die c’t, dann auch das BSI zur Deinstallation riet. Mit den außerplanmäßigen bzw. vorgezogenen Java Updates 11 bis 13 wurden diese Sicherheitslücken behoben und die Warnung aufgehoben. Mit der aktuellen Version 8, die im März 2014 erschien, nahm man weitere Verbesserungen in der Sicherheit vor.

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Java Programmierung – Das Handbuch zu Java 8 für Programmierer mit Java-Erfahrung zum Vertiefen und Nachschlagen, Java – Der umfassende Programmierkurs, das Einstiegswerk für Java-Neulinge in der basics-Reihe

Und wie geht es weiter? Java hat zwar schon länger Konkurrenz bekommen – etwa Microsofts .NET-Technologie – doch haben beide ihre Vorzüge und Nachteile, Stärken und Schwächen und können sich im Konkurrenzkampf weiterentwickeln und somit reifen. Und Java beweist dies eindrücklich: Aus ursprünglich 30 Java-Entwicklern ist heute ein 9 Millionen Programmierer zählendes Netzwerk geworden, das Java ständig weiterentwickelt. 

Nachtrag: Der Artikel war zunächst etwas missverständlich, das haben wir dank unseres Lesers Benjamin Wagener (siehe Kommentare) nun angepasst. Danke!

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2 Kommentare

  1. Benjamin Wagener sagt

    Also entweder ist der Artikel äußerst missverständlich formuliert oder die Autorin sollte noch einmal dringend sich informieren was Java ist. Java läuft nicht im Browser. Kein Browser hat eine JVM integriert, die muss wenn dann extra als Plug-In installiert werden. Was im Browser läuft ist JavaScript! JavaScript und Java sind aber zwei weitestgehend völlig verschiedene Programmiersprachen, sowohl in Aufbau als auch in Ausführung. Java mag von großer Bedeutung für die Entwicklung von Anwendungen auf Servern und teilweise auch auf Clients sein, aber für die Interaktivität von Webseiten im Browser spielt es derzeit keine nennenswerte Rolle und das wird sich auf absehbare Zeit auch nicht ändern.

  2. Hi Benjamin, vielen Dank für den Hinweis. Tatsächlich haben wir Java und JavaScript nicht verwechselt (wie könnten wir ;)), sondern wirklich missverständlich formuliert bzw. zu stark vereinfacht. Bei „interaktiven Elementen“ dachten wir an die Java-Spielchen der 90er und weniger an die Websites von heute. Für die spielt Java, wie Du auch schreibst, „derzeit“ keine Rolle – sondern natürlich HTML5, CSS und JavaScript.
    Tut uns leid :( Das wird dann jetzt der erste Artikel, den wir nochmal kurz aus dem Blog entfernen und überarbeiten.. also, dass noch mehr Leute denken, wir hätten da ein Java(Script)-Problem, geht nun wirklich nicht…

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