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Was ist Steampunk?

In loser Folge erklären wir Begriffe aus dem Themenumfeld unserer Bücher, die für Geeks & Nerds zum Alltagsvokabular gehören mögen, dem Durchschnittsbürger jedoch weiterhin kryptisch erscheinen. Heute: Was ist Steampunk?

Um die Frage ganz praktisch zu beantworten: z.B. ein in mit Messing verkleideter, per raffinierter Zahnradkonstruktion in der Höhe verstellbarer Computerbildschirm, der von einer extra feschen H.G.-Wells-Anhängerin mit Tweedjacke und Fliegerbrille in einer Altbau-Loft gebastelt wurde.

Etwas abstrakter gesprochen handelt es sich um eine Kunstrichtung und subkulturelle Bewegung, die Technologie und Ästhetik der viktorianischen Ära (und vergleichbarer Epochen) in eine damals imaginierte Zukunft extrapoliert, die selbstverständlich nie eingetreten ist. Resultat: Mensch und Maschine aus der alten Vision erscheinen im echten 21. Jahrundert anachronistisch bzw. retro-futuristisch, was den Reiz der Sache ausmacht.

„Steampunk“ als Oberbegriff wurde höchstwahrscheinlich Ende der 80er Jahre von Sci-Fi-Autor K.W. Jeter geprägt und lässt sich in zwei Teile zerlegen: „Steam“ symbolisiert den dampfgetriebenen Abenteuergeist und Fortschrittsoptimismus des 19. Jahrhunderts, „punk“ lässt sich als Anti-Establishment- und DIY-Aspekt der Bewegung interpretieren. Genauere Definitionen sind schwierig, da Steampunk nicht nur auf eine lange, komplexe Entstehungsgeschichte zurückblicken kann, sondern mittlerweile auch in allen möglichen Varianten, Kontexten und Medienformen auftritt.

Einen spannenden Überblick liefert Ende September unsere Neuerscheinung „Steampunk – kurz & geek“.

Die Autoren Alex Jahnke und Marcus Rauchfuss betreiben mit Daily Steampunk und Clockworker zwei der populärsten Steampunk-Websites.

Ebenfalls interessant: Der für Oktober geplante, etwas akademischer ausgerichtete US-Titel „Vintage Tomorrows“.

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