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PostgreSQL: Entwickler Simon Riggs im Interview

Nutzen Sie OpenStreetMap? Telefonieren Sie via Skype? Oder spielen Sie World of Warcraft?

All diese Angebote nutzen PostgreSQL, um ihre gewaltigen Datensammlungen vorzuhalten. Auch Banken, Regierungsbehörden oder Universitäten setzen auf das Open Source-Datenbanksystem, wie diese Liste der „Featured User“ zeigt.

Nicht verwunderlich, denn PostgreSQL kann soviele Daten aufnehmen, wie der eigene Speicher hergibt – einige Petabyte sind das beispielsweise bei Yahoo!, das PostgreSQL zur Verarbeitung von Kundendaten einsetzt. Gleichzeitig läuft es stabil auf allen großen Serversystemen und kann frei erweitert und angepasst werden.

Unsere britische Kollegin Josette Garcia hat gerade mit einem der PostgreSQL-Entwickler, Simon Riggs, gesprochen. In ihrem Interview wird eines der Erfolgsgeheimnisse von PostgreSQL klar: Eine Entwickler-Community, die routiniert und lösungsorientiert an dessen Weiterentwicklung arbeitet. „Jedes Jahr gibt es ein Major Release“, erklärt Riggs. „Wir überlegen, was dringend benötigt wird, entwerfen gemeinsam eine Lösung und implementieren diese dann.“ Nach einigen Tests sei der Code dann solide genug, um Eingang in PostgreSQL zu finden.

Riggs bestätigt, dass PostgreSQL sehr häufig eingesetzt wird – und das ohne große Marketingstrategien. Die meisten Techies kennen PostgreSQL, und auf die Frage, ob sie PostgreSQL benutzen, antworteten laut Riggs im letzten Jahr mehr als 50 Prozent mit „ja“. PostgreSQL läuft damit dem bekannteren MySQL immer mehr den Rang ab.

Was spricht denn für PostgreSQL? Die wichtigsten Argumente seien: Geringe Kosten, Stabilität, professionelle Features, die ständig erweitert werden. Und: „It just works!“, bekennt Riggs. Wenn Sie wissen wollen, welche Punkte en detail für PostgreSQL sprechen und welche Neuerungen geplant sind, kann ich Ihnen Josettes Interview nur ans Herz legen.

Ein wirklich ausführlicher Vergleich der wichtigen Datenbanksysteme ist außerdem hier gezogen worden. Wenn Sie also unschlüssig sind, welches für Ihr Projekt das richtige ist, kann ich Ihnen nur empfehlen, sich hier einmal genauer umzuschauen.

Und zum Schluss der Lesetipp: Zwei langjährige Mitglieder des PostgreSQL-Entwicklerteams, Peter Eisentraut und Bernd Helmle, führen für O’Reilly in die Installation, Wartung und Fehlerbehebung von PostgreSQL-Systemen ein – in der 2. Auflage komplett auf Version 9 aktualisiert!

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2 Kommentare

  1. der thommy sagt

    Ich habe nach Belegen für die genannten PostgreSql-Nutzer gesucht, bin aber bei `WoW´ nicht fündig geworden.

    Wie wird PostgreSql bei World of Warcraft eingesetzt?
    Sind weitere technische Details (wie Serveranzahl, Größe der Datenbank, Peaks Transaktionen) bekannt?

  2. Hallo Thommy,
    danke für Deinen Kommentar. Leider kann ich (noch) nicht richtig weiterhelfen – es ist einige Monate her, als ich den Blogpost geschrieben bzw. recherchiert habe, und mittlerweile sind weder meine Notizen noch meine Browser History noch vollständig vorhanden :-/ LEIDER, das ist natürlich ärgerlich. Irgendwo da draußen im Netz hatte ichs gelesen, doch wie Du finde ich den Beleg nicht (mehr). Das tut mir leid.

    Um nun aus erster Hand zu erfahren, ob der WoW-Anbieter Blizzard jemals über die -auch in früheren Versionen- eingesetzten Datenbanken sowie die für Dich interessanten technischen Details gesprochen hat, habe ich mich an deren Presseabteilung gewandt. Ich hoffe sehr, dies damit aufklären zu können und melde mich umgehend, sobald ich etwas höre.

    Ehrlich gesagt vermute ich mittlerweile, dass ich einer Fehlinfo aufgesessen bin. Davor ist niemand gefeit, ärgerlich ist es dennoch. Du schreibst leider nichts über Deinen Hintergrund, aber gern darfst Du mich klüger machen, wenn Du etwas genaueres darüber weißt.

    Corina

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