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Mein Leben als O’Reilly-Tier

Wir bei O’Reilly lieben Tiere. Das ist mein Glück. Denn ich bin hauptamtliches O’Reilly-Tier. Mein Name ist Lotte, aber ich werde auch Lottilie, kleine Sau, Schlafsäckchen, Schlafmutz oder Prinzessin Eisenherz genannt.

Mein Futter musste ich schon als ganz junges Ding selbst verdienen.

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Ich habe mich total schnell eingewöhnt. Aber es war ein hartes Stück Arbeit, das O’Reilly-Rudel zu erziehen. Meine Güte, was hat das gedauert, bis sie wussten, was sie machen sollten: mit mir spielen, wenn ich ein Spielzeug bringe, den Ball unterm Regal hervorholen, wenn ich das Regal anbelle, oder mich kraulen, wenn ich mich an ihre Wade drücke. Nur eins klappt noch nicht: Wenn ich verhungert gucke – meine Spezialität! –, geben sie mir immer noch kein Leckerchen.

Mein Arbeitsalltag beginnt morgens viel zu früh. Wenn wir ankommen, wird daher nur kurz das Büro inspiziert, dann ruhe ich mich ein wenig aus.

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Mittagspausen finde ich am besten. Erst geht’s mit Frauchen durch die Rheinwiesen. Frisches Gras zum Knabbern, manchmal auch duftende Schafs- oder im Winter tiefgefrorene Kaninchenköttel – ganz nach meinem Geschmack! Danach wird Zentimeter für Zentimeter der Boden unter dem Esstisch im Büro abgeschnüffelt und geschleckt. Denn irgendwelche Krümel oder Bröckchen finde ich immer. Richtiggehend zugesteckt bekomme ich selten etwas. Nur manchmal einen Joghurtbecher, den ich auslecken darf. Ich bin nämlich im Nebenjob Pottlecker, aber das wird hier immer ignoriert. Manchmal komme ich aber doch zum Einsatz:

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Richtiggehend bewachen muss ich hier nichts. Das haben die Leute ganz gut selbst im Griff. Ich kenne natürlich auch alle Kuriere und Boten. Manche sind richtig beleidigt, wenn ich sie nicht jeden einzeln begrüsse. Aber die Zeit hat man ja nicht. Was ich allerdings immer mache, ist die Inspektion von Bewerbern. Wenn wir hier Vorstellungsgespräche haben, dann beschnuppere ich die Kandidaten ganz genau. Das ginge ja gar nicht, wenn ich die nicht riechen könnte, dann hätten die hier gar keine Chance.

Meine eigentliche Arbeit aber besteht im Bespielen meiner Menschen. Die meinen zwar, sie tun MIR einen Gefallen, aber das Gegenteil ist natürlich der Fall. Mir das Fell raufen lassen, hier mal eine herunterhängende Hand ablecken, dort mal den Handschuh klauen, einfach mal neben dem Bürostuhl rumstehen und warten, was passiert, oder mich um die Regale jagen lassen, damit mache ich meinen Menschen eine Freude. Da werden sie mal für ein paar Minuten abgelenkt und kriegen den Kopf frei, und das hebt die Arbeitsmoral.

Ich muss gestehen, ich bin nicht die einzige meiner Art hier. Es gibt noch zwei andere Bürohunde, wenn auch nur in Teilzeit. Den Caruso kann ich mittlerweile ganz gut leiden, braucht halt seine Zeit. Emil aber, der ist mir zu gross und dominant, ich bin ihm zu klein und zickig, das passt gar nicht. Die beiden kommen nur selten, Gottseidank, denn auf Dauer will ich die Aufmerksamkeit nicht teilen müssen.

Am wichtigsten ist mir, bei allem dabeizusein. Na ja, mittlerweile weiss ich, dass alles, was Meeting heisst, gähnend langweilig ist. Aber ansonsten, bei interessantem Besuch oder wenn’s was zu feiern gibt, da mische ich mit. Selbst beim Karneval gebe ich mir keine Blösse und mache richtig mit.

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Ich lasse nichts unversucht, denn mein grosser Traum ist ja, als echtes O’Reilly-Tier mal auf ein Buchcover zu kommen. Ich stelle mir sowas vor wie „Hundefutter in a Nutshell“ oder „Lotte – the missing manual“ – aber irgendwie klappt das nicht mit der Covergirl-Karriere, obwohl ich schon mehr als fünf Jahre daran arbeite.

Unterm Strich muss ich aber sagen, dass es hier bei O’Reilly dennoch echt schön ist. Nette Menschen, genügend Abwechslung und ausreichend Zeit zum Schlummern und Erholen. Vergleichen kann ich das erst, seitdem ich diesen Sommer einen Ferienjob in einem anderen Büro hatte. Das war aber viel langweiliger, da habe ich nur als Briefbeschwerer gearbeitet.

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Gibt es da draussen noch andere Bürohunde? Dann meldet Euch doch mal: lotte@oreilly.de . Ich muss dazusagen, den Bürokram macht Frauchen für mich. Dafür nehme ich sie schliesslich auch mittags zum Spaziergang mit, damit sie mal an die frische Luft kommt.

Wir wünschen allen unseren Lesern tolle Weihnachtstage und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

5 Kommentare

  1. Beate sagt

    Liebe Schlafmutz-Lotte,

    das hast Du aber schön geschrieben! Ich hoffe, Du bekommst einen schönes Stückchen vom Weihnachtsbraten – das hast Du Dir doch nach all der harten Arbeit hier redlich verdient!! (Wo Du hier ja auch niiieee was zu futtern bekommst, zwinker, zwinker ;-)
    Ich passe hier inzwischen auf Deinen Spielknochen auf – habe ihn erfolgreich vor Caruso beschützt. Du hast Dein Rudel eben gut erzogen!

    Deine Fellpflegerin Beate

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