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Gibts grep auch in der Familienpackung?

Muss man als normal sterblicher Mausschubser wissen, was grep ist? Für wen ist grep interessant? Was macht man damit? Und: Gibts das auch in der kostengünstigen Familienpackung?

grep (steht für “global/regular expression/print”) ist ein kleines Open-Source-Software-Werkzeug, das jeder Linux-Distribution beiliegt, aber auch für fast jedes Betriebssystem erhältlich ist. Mit diesem Konsolenzeilenprogramm kann beispielsweise ein Systemadminstrator bequem alle Textdateien seines gesamten Netzwerkes auf eine bestimmten Zeichenfolge durchsuchen und sich das Ergebnis anzeigen lassen — und das alles mit einer einzigen, winzigen Befehlsfolge:

$ find /home/benutzername -exec grep -H "Passwort" {} \;

Dieses Kommando durchsucht alle Dateien des Quellverzeichnisses des Benutzers “benutzername” nach der Zeichenkette “Passwort” und zeigt die gefundenen Zeilen zusammen mit dem Dateinamen an, wobei die Anzeige des Dateinamens durch die Option -H ausgelöst wird (Beispiel Wikipedia entnommen).

grep arbeitet dabei mit reguläre Ausdrücken (regular expressions, das “re”aus grep). Reguläre Ausdrücke — oder auch in der Kurzform Regex genannt — sind Filter für Texte, indem der jeweilige reguläre Ausdruck in Form eines Musters mit dem Text abgeglichen wird. So kann man alle Wörter, die mit O beginnen und mit Y enden, aus einem großen Text herausfiltern, ohne die zwischenliegenden Buchstaben explizit vorgeben zu müssen. Ein weiteres Beispiel für den Einsatz als Filter ist die Möglichkeit, komplizierte Textersetzungen durchzuführen; also Textmanipulation und nicht nur die Textfilterung. Außerdem lassen sich aus regulären Ausdrücken, als eine Art Schablone, auch Mengen von Wörtern erzeugen, ohne jedes Wort einzeln angeben zu müssen. So lässt sich beispielsweise ein Ausdruck angeben, der alle denkbaren Zeichenkombinationen (Wörter) erzeugt, die mit O beginnen und mit Y enden.

Im Allgemeinen ist der Befehl grep nur dafür gedacht, Textausgaben oder Textdateien zu durchsuchen, aber es ist auch möglich, Binärdateien, also Nicht-Textdateien, mithilfe von grep zu filtern.

Also: grep ist ein kleines Wunderwerkzeug, das von Systemadministratoren und Entwicklern seit vielen Jahren aufgrund seiner Mächtigkeit, aber auch aufgrund seiner Flexibilität sehr geschätzt wird. Wenn man dann noch bedenkt, dass das Programm gerade mal lächerliche 712 KByte groß ist, könnte man fast ins Schwärmen geraten. Wäre da nicht die fehlende kostengünstige Familienpackung…

9783897215504

Bei O’Reilly ist soeben grep – kurz & gut erschienen, das erste Buch speziell zu grep. Die Referenz ist ideal für Systemadministratoren, Software-Entwickler und IT-Sicherheits-Profis.

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